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  • Thomas Pollinger
  • 30.04.2018
  • DE

Zentrale Logdateiverwaltung in einem Management Server Cluster

Jeder der einen Web Site Management Server (CMS) Cluster hat, kennt die Problematik. Man ist auf einem von vielen Knoten im Cluster angemeldet, hat den Server Manager offen und kann nicht auf die Logdateien eines anderen Knoten im Cluster zugreifen.

Dafür gibt es aber eine kleine, schlanke und schnelle Lösung - damit man genau das bekommt, was man als Systemadministrator haben möchte. 

Anforderung

Man möchte im Server Manager des CMS, wenn man auf einem beliebigen Knoten angemeldet ist. Von allen Servern (Knoten) des Clusters die Logverzeichnisse einsehen können. Wie in diesem Beispiel bei uns in der Produktion:

Lösung

Innerhalb eines Management Server Clusters ist eh schon sichergestellt, dass die Systeme miteinander sprechen dürfen. In der Regel sind auch die Rechte auf allen Knoten identisch. Daher lässt sich sehr schnell auf jedem Knoten via PowerShell oder Kommandozeile ein s.g. symbolischer Link zu den anderen Logverzeichnissen herstellen.

Dazu meldet man sich nach der Reihe auf jedem Clusterknoten an und wechselt in das Verzeichnis:

\OpenText\WS\MS\ASP\Log

und legt ein weiteres Unterverzeichnis mit z.B. dem Namen "Cluster Nodes" an.

Nun legt man innerhalb dieses neuen Unterverzeichnisses die s.g. symbolischen Links an. Zuvor sollte man jedoch mit diesem Befehl via PowerShell (ab 3.x):

PS C:\> Get-ChildItem \\servername\C$\OpenText\WS\MS\ASP\Log

oder über die Kommandozeile:

C:\> dir \\servername\C$\OpenText\WS\MS\ASP\Log

prüfen ob die Zugriffe wirklich (min. lesend) funktionieren. Als Ergebnis sollte der Inhalt des Log-Verzeichnisses aufgelistet werden.

Wenn dies erfolgreich durchgeführt wurde, kann man nun die symbolischen Links wie folgt einrichten, via PowerShell (ab 5.x):

PS C:\> New-Item -Path .\servername -ItemType SymbolicLink -Value '\\servername\C$\OpenText\WS\MS\ASP\Log\'

oder über die Kommandozeile:

C:\> mklink /D servername \\servername\C$\OpenText\WS\MS\ASP\Log

Hinweis: Wenn man dies durchführt sollte man immer darauf achten, dass man nur die Server aus dem Cluster einrichtet, welche notwendig sind und nicht sich selbst. Also nicht auf allen Cluster-Knoten, jeweils auf sich selbst nochmals einen symblischen Link einrichten. Dies kann zu unschönen Rekursionen in der Anzeige im Server Manager führen.


Folgende Muster sollte man daher beachten, wenn man z.B. vier Server in einem WSM MS Cluster hat. Und alle Knoten sind für eine Anmeldung freigeschaltet:

Knoten A hat symbolische Links zu:
   - Knoten B
   - Knoten C
   - Knoten D

Knoten B hat symbolische Links zu:
   - Knoten A
   - Knoten C
   - Knoten D

Knoten C hat symbolische Links zu:
   - Knoten A
   - Knoten B
   - Knoten D

Knoten D hat symbolische Links zu:
   - Knoten A
   - Knoten B
   - Knoten C

Hat man z.B. nur zwei Knoten eines vierer Clusters für die Anmeldung, hinter dem Loadbalancer, aktiv - sieht das Muster so aus:

Knoten A hat symbolische Links zu:
   - Knoten B
   - Knoten C
   - Knoten D

Knoten B hat symbolische Links zu:
   - Knoten A
   - Knoten C
   - Knoten D

Je nach Setup des Management Server Clusters kann das Muster unterschiedlich aussehen ;)

Ergebnis

Hat man nun die Einrichtung abgeschlossen, kann man direkt im Server-Manger folgendes nutzen:

Man ist direkt in der Lage, über das zusätzliche Unterverzeichnis, direkt einen weiteren Knoten (via symbolischem Link) zu erreichen und dessen Log-Dateien zu öffnen. Hat man sogar noch Schreibrechte, kann man auch Wartungs- bzw. Systempflege-Aufgaben z.B. Log-Files löschen durchführen.


Wichtig: Dies funktioniert nur, wenn das OTWSM-Dienstkonto auch über das Netzwerk Zugriff auf das Dateisystem hat.


Fazit

Mit wenig Aufwand und den Boardmitteln von Microsoft Windows, kann man sehr schnell und einfach sich das tägliche Arbeiten als System-Admin erleichtern. Ob man sowas nicht mittelfristig auch OotB von OpenText im Management Server einbauen kann, müsste man mal diskutieren - hilfreich und wichtig wäre es auf jeden Fall für Cluster-Installationen. ;)


Über den Autor:
Thomas Pollinger

... ist Senior Site Reliability Engineer bei der Vodafone GmbH in Düsseldorf. Seit dem Jahr 2007 betreut er zusammen mit seinen Kollegen die OpenText- (vormals RedDot-) Plattform Web Site Management für die deutsche Konzernzentrale.

Er entwickelt Erweiterungen in Form von Plug-Ins und PowerShell Skripten. Seit den Anfängen in 2001 (RedDot CMS 4.0) kennt er sich speziell mit der Arbeitweise und den Funktionen des Management Server aus.